Finanzsektor Programm zur Entwicklung ländlicher Gebiete in Serbien

Geber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Partner: Ministerium für Landwirtschaft, Forst- und Wasserwirtschaft; Nationalbank Serbiens, Finanzinstitutionen (Banken, Leasing- und Versicherungsgesellschaften)

Projektperiode: 2012 – 2025

Herausforderungen

  • Unzureichender Zugang zu adäquater Finanzierung von Mikro-, kleinen und mittelständischen Unternehmen (KKMU) in ländlichen Gebieten Serbiens.
  • Mangel an kundenorientierten Finanzprodukten und Lösungen für Kunden in ländlichen Gebieten.
  • Inkonsistenz zwischen der nationalen Entwicklungsstrategie für den ländlichen Raum und den Aktivitäten des Privatsektors.

Ansatz

Mit diesem Projekt sollen professionelle Finanzdienstleistungen für ländliche Kunden in zwei Schritten verbessert werden. Schritt 1: Durch die Entwicklung professioneller Agrarfinanzierung in Geschäftsbanken („agri-desks“). Diese Experten sind in der Lage, Risiken in der Agrarwirtschaft angemessen zu bewerten und den Bedürfnissen der ländlichen Kunden  angepasste, maßgeschneiderte Finanzierungslösungen anzubieten. Die an die Kunden ausgereichten Darlehen werden durch zinsverbilligte langfristige Mittel der KfW im Rahmen der finanziellen Zusammenarbeit refinanziert. Die durch die KfW refinanzierten Darlehen werden für Investitionen in Farmgebäuden, Land, Landwirtschaft, Futter, Maschinen oder Saatgut verwendet. Darüber hinaus hat die KfW ein Produkt entwickelt, bei dem Kredite und Versicherungsschutz kombiniert werden, um das Risikomanagement in den landwirtschaftlichen Betrieben zu verbessern. Schritt 2: Ausweitung des Programms angesichts eines absehbaren Strukturwandels in den kommenden Jahren in Serbien. Es liegt auf der Hand, dass eine stärkere Integration Serbiens in den europäischen Markt zu einem härteren Wettbewerb und zum Ausstieg von Tausenden  registrierten landwirtschaftlichen Haushalten in ländlichen Gebieten führen wird. Diese Farmen können entweder in professionelle Produktion oder alternative Einkommensmöglichkeiten investieren. Daher werden sie nach angemessenen finanziellen Lösungen Ausschau halten. Die KfW dehnt deshalb die Programme für den ländlichen Raum auf die Unterstützung von Banken aus, um i) strukturelle Veränderungen zu verstehen und ii) den Bedarf mit geeigneten Finanzierungslösungen in geeigneten Sektoren wie Bau, Dienstleistungen, Lieferungen und / oder Logistik zu decken.

Bislang gibt es eine Diskrepanz zwischen der nationalen Strategie für die Entwicklung des ländlichen Raums und den Aktivitäten des Privatsektors. Die KfW hat gemeinsam mit dem Ministerium für Landwirtschaft, Forst- und Wasserwirtschaft eine Plattform für technische Hilfe geschaffen, die politische Entscheidungsträger und private Finanzinstitutionen in das Programm einbindet. Da es in Serbien keine staatseigene Entwicklungsbank gibt, spielen private Finanzinstitute eine wesentliche Rolle bei der Festlegung einer schlüssigen Strategie für den ländlichen Raum.

Es wurde ein international anerkannter und erfahrener Experte für Agrar- und Landfinanzierung ausgewählt, der in enger Zusammenarbeit mit serbischen Institutionen den Prozess der Verbreiterung und Vertiefung des Marktes mit zusätzlichen Produkten unterstützt.

Agro-Protekt

Im Dezember 2015 hat die KfW Entwicklungsbank mit der Banca Intesa einen Darlehensvertrag über die Finanzierung von Agri-Insurance abgeschlossen. Das einzigartige Produkt kombiniert Darlehen und die Versicherung von Ernten aus drei grundlegenden Risiken (Hagel, Gewitter, Feuer). Die Idee des Produkts ist, dass der Endbegünstigte (Landwirt) zur Bank geht und in einem Vertrag zwei Produkte erhält: Darlehen und Versicherung. Tritt der Versicherungsfall ein, zahlt die Versicherungsgesellschaft das Darlehen anstelle des Landwirts zurück. Der Preis dieses kombinierten Produkts ist geringer als wenn sich der Landwirt entscheidet, diese getrennt zu kaufen.

Bis zum 28. Februar 2018 konnten Angestellte von 35 Filialen der Banca Intesa insgesamt 590 Agro-Protekt-Kredite im Wert von EUR 2.030.725 auszahlen. Die durchschnittliche Höhe der ausgezahlten Darlehen betrug 3.442 EUR.

Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung wurden 27 Versicherungsfälle gemeldet.

Banca Intesa und Generali Insurance haben einen neuen dreijährigen Kooperationsvertrag für AgroProtekt-Darlehen unterzeichnet. Die unter dem Vertrag abgesicherten Ernteerträge blieben ebenso wie die versicherten Risiken gleich. Neben der AP Vojvodina werden die AgroProtekt-Darlehen nun in neuen Regionen angeboten, und zwar in Belgrad, Mačvanski, Kolubarski, Šumadijski, Podunavski, Pomoravski und Braničevski.

Ergebnisse

  • Neue Produkte zur ländlichen Finanzierung wurden von finanziellen Partnerinstitutionen am serbischen Markt eingeführt.
  • Die Kunden in den ländlichen Gebieten haben Zugang zu bedarfsgerechten Finanzierungslösungen.
  • Die Betriebe sind in der Lage, ihr Geschäft zu professionalisieren und im internationalen Handel konkurrenzfähiger zu werden.
  • Ein Dialog zwischen den Partnerfinanzinstituten und den Regierungsstellen hat begonnen mit dem Ziel, eine schlüssige Strategie für den ländlichen Raum zu etablieren.

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