Investitionen in den serbischen Automobilsektor beliefen sich im vergangenen Jahr auf 790 Millionen Euro.

Trotz der Krise im Automobilsektor ist Serbien das attraktivste Ziel in der Region für Investitionen ausländischer Automobilunternehmen. Das geht aus einem Bericht hervor, der von See News, dem Anbieter von Wirtschaftsnachrichten und Marktinformationen, auf der Online-Konferenz zur Entwicklung der Automobilindustrie „SEE Automotive – Connect & Supply“ veröffentlicht wurde. Die Konferenz wurde vom Automobil-Cluster Serbiens organisiert, mit Unterstützung des Vorhabens „Privatwirtschaftsförderung in Serbien“ (PSD), das im Rahmen der deutsch-serbischen Entwicklungszusammenarbeit von der GIZ durchgeführt wird. Im virtuellen Raum sprachen 14 Vertreter dieser Branche über die Auswirkungen der durch das Covid-19-Virus verursachten Krise und über die zukünftigen Branchentrends.

Die sechste große Konferenz SEE Automotive – Connect & Supply versammelte in diesem Jahr mehr als 200 Teilnehmer, um sich über den Stand der Automobilindustrie zu informieren„, sagte Igor Vijatov vom serbischen Automobilcluster (AC Serbia).

Während der Covid-19 Viruspandemie stellten die meisten Unternehmen der Automobilindustrie die Produktion ein und wandten sich Spenden und der Produktion von Materialien zur Bekämpfung des Virus zu. Schätzungen von SeeNews zufolge könnte allein die Krise im Automobilsektor zwei Prozent der gesamten Erwerbsbevölkerung in den Volkswirtschaften Südosteuropas betreffen, und die Verluste in der gesamten Region könnten mehr als acht Milliarden Euro betragen. „Es gibt jedoch Optimismus, insbesondere in Bezug auf Serbien. Serbien ist offensichtlich das attraktivste Ziel in der Region für Investitionen ausländischer Automobilunternehmen. Nur von März 2019 bis März 2020 beliefen sich die Investitionen in den Automobilsektor Serbiens auf 790 Millionen Euro, und es gibt keine Daten darüber, dass sich diese Investitionspläne aufgrund der Krise ändern werden“, sagte Lilia Goranova von SeeNews.

Analysen zeigen, dass der Automobilsektor inmitten der Pandemie und der von ihr verursachten Wirtschaftskrise zu den Verlierern gehören wird, und die Erholung wird von den Maßnahmen abhängen, die von den nationalen Regierungen ergriffen werden. Die wirtschaftliche Zukunft und die Entwicklung Serbiens hängen auch von der globalen Situation in der Automobilindustrie ab.

Diese Branche steht derzeit vor vielen Herausforderungen, wie der Schließung von Produktionsstätten und der Unterbrechung der globalen Lieferketten, welche die wirtschaftliche Entwicklung Serbiens mit einem Jahresumsatz von drei Milliarden Euro in der Automobilindustrie bedrohen. Ein Teil unserer Unterstützung ist dem Automobilcluster in Serbien gewidmet, der seit Jahren Konferenzen und andere Veranstaltungen für die Bedürfnisse dieser Branche organisiert. Eines der Hauptziele von AC Serbia ist die Digitalisierung der Automobilindustrie, die durch diese Krise noch wichtiger geworden ist“, sagte Alexander Beetz von der GIZ, Programmleiter und Sektorkoordinator – Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigung.

Die Entwicklung der Automobilindustrie in Serbien wird kontinuierlich von der deutsch-serbischen Entwicklungszusammenarbeit, die von der GIZ im Rahmen verschiedener Projekte umgesetzt wird, unterstützt. In diesem Jahr jährt sich diese Zusammenarbeit zum 20. Mal. „Als die Covid 19-Viruspandemie begann, haben wir mit unseren Partnern aus Serbien besprochen, wie die aktuelle Situation angegangen werden soll, um Maßnahmen zu definieren, die die Auswirkungen der Krise abschwächen. Gemeinsam mit dem Zentrum für digitale Transformation der serbischen Wirtschaftskammer haben wir für KKMU ein Programm zur Unterstützung von Geschäftsabläufen unter außergewöhnlichen Geschäftsbedingungen entwickelt. Das Programm bietet zwei-tägige kostenlose Beratungsunterstützung für Unternehmen aus allen Branchen durch Berater für digitale Transformation. Bereits in den ersten Tagen haben sich 120 Unternehmen für das Programm beworben“, fügte Beetz hinzu.

Weltweit wird eine der Auswirkungen der durch das COVID-19-Virus verursachten Krise ein Mangel an Investitionen in Innovationen in der Automobilindustrie sein. „Die Krise wird die Entwicklung autonomer Autos bis 2035 verzögern und möglicherweise wird das auch nie eintreten„, sagte Jay Nagle, Forschungs- und Entwicklungsspezialist in der britischen Abteilung für internationalen Handel. Er fügte jedoch die gute Nachricht hinzu, dass die Arbeit an Entwicklungsprojekten für Elektroautos für 2021/2022 fortgesetzt wird. Der Bedarf an Elektroautos wird seiner Meinung nach nicht sinken, was die positiven Folgen der Pandemie sind, die selbst zur Luftqualität beigetragen hat.

Diese Konferenz ist eines der wichtigsten Fach- und Geschäftstreffen in diesem Teil Europas in Bezug auf die Automobilindustrie. Am zweiten Tag nahmen Unternehmensvertreter an mehr als 100 B2B-Meetings teil, um Geschäftskontakte zu knüpfen.